• Susanne Heinen

Selbstreflexion: Warum die eigene Identität so wichtig ist...



Es gibt manche Momente im Leben, die fühlen sich vielleicht so an, als ob du in deinem Leben feststeckst. Das Leben hat dich im Griff, aber du selbst nicht das Leben. Wenn das nur eine kurze Episode ist und du durch zu viel Stress, die Arbeit, den Familienalltag deine innere Stimme zeitweise überhörst, dann mag das eventuell kein weiteres Problem nach sich ziehen. Doch was ist, wenn du dich durch ständige Überforderung und Überlastung selbst ins Aus katapultierst? Wie kannst du dir einen Überblick verschaffen, wo du im Moment stehst? Wer bist du und wohin führt dein Weg?


In diesem Blogartikel geht es darum, etwas genauer hinzusehen und vor allem hineinzusehen:


  1. Der Mut zur Selbstreflexion

  2. Veränderung findet nicht von außen statt

  3. Die eigene Identität benennen

  4. Ein"Inspektionstermin" für deine Identität

  5. Die fünf Säulen der Identität im artCounseling



1. Der Mut zur Selbstreflexion


Ein großer Schritt bei der Bekämpfung der eigenen Unsicherheit und Unzufriedenheit ist das Innehalten und eine ruhige, ehrliche „Innenschau“. Wenn du nicht bereit bist, dich mit dir selbst auseinanderzusetzen, wirst du keine Erkenntnisse erlangen oder Änderungen anstreben können.


Vielleicht scheust du dich auch davor, aus der hektischen Betriebsamkeit herauszugehen und mit dir und deinen Gedanken allein zu sein, weil du unangenehme Wahrheiten befürchtest. Dabei ist aber zu bedenken, dass diese Wahrheiten ja vorhanden sind, egal, wie dick der Teppich ist, den du darüber ausgerollt hast.


>>Wer alles unter den Teppich kehrt, muss sich nicht wundern, wenn er eines Tages darüber stolpert.<<

Redewendung



Vielleicht ist aber auch alles ganz anders und du entdeckst im Gespräch mit dir selbst, dass eben doch nicht alles so schlimm ist, wie du denkst. Dass du deinen Blickwinkel nur verändern musst, um dankbar sein zu können, für alles, was du bist und hast. Du selbst kannst durch diese Selbstreflexion nur gewinnen, ob durch Klarheit oder im Bewahren oder der Veränderung von Dingen.

Den Lebensteppich auslüften, befreit.

2. Veränderung findet nicht von außen statt


Oftmals hat man den Eindruck, dass Veränderungen im Leben nur durch die Änderung der äußeren Umstände erreicht werden können. Ruht sich vielleicht auch auf dem Gedanken aus, dass selbstwirksam dort sowieso nichts zu machen ist. "XY" müsste ja getan werden, was aber nicht in den eigenen Händen liegt und somit kann man ja leider nichts machen.

Das kann der Gedanke an einen Stellenwechsel sein: „Dort ist alles besser, besser bezahlt, besser honoriert, besser strukturiert,...“ oder "Partnerwechsel": „Ein anderer Partner ist einfühlsamer, sportlicher, gebildeter,..." oder Umzug:“In der neuen Wohnung/im neuen Haus kann ich mich schöner einrichten, habe ich mehr Gemütlichkeit, nettere Nachbarn“. Diese Liste lässt sich endlos fortsetzen.


"Das Gras auf der anderen Seite des Hügels ist immer grüner."

Niederländisches Sprichwort



Sicher ist es oft so, dass man auch durch äußere Veränderungen viel Positives erreicht und mit mehr Zufriedenheit durchs Leben geht. Chancen werden vom Leben geboten und müssen auch ergriffen werden. Doch wie kannst du wissen, an welchem Punkt im Leben du welche Abzweigung nehmen kannst, wenn dir der innere Kompass verloren gegangen ist?



3. Die eigene Identität benennen


Unsere Persönlichkeit, unsere Identität setzt sich aus vielen Puzzleteilen zusammen. Wir sind nicht nur schwarz oder weiß. Wir sind eher ein Farbkasten und wirbeln wie eine bunte Farbwolke in immer wieder neuen Schattierungen durch unser Leben. Um es weiter sinnbildlich dazustellen:


Wenn wir mit unser Farbwolke auf andere Menschen, andere Umstände treffen, dann vermischen sich deren Farben mit unseren. Neue Mischungen ergeben sich in unserer Wolke. Diese können uns gefallen oder auch nicht. Es steht uns frei, wie wir unsere Farbwolke gestalten, mit wem wir sie teilen. Wir sind frei in unseren Gedanken und Wünschen.

Der Mensch ist wandelbar, kann sich weiterentwickeln, lernen, sich verändern. Wie oft nimmst du dir die Zeit, einmal genauer hinzusehen. Wer bist du jetzt, wer bist du geworden, wer möchtest du sein?

4. Ein "Inspektionstermin" für deine Identität


In den letzten Jahren hat sich bezüglich der Selbstreflexion viel getan. Zeitschriften und Bücher überfluten uns mit einer Veröffentlichungswelle zu Themen wie Achtsamkeit, Resilienz, Stressabbau, Zukunftsvisualisierung. Es ist mittlerweile in vielen Köpfen angekommen, dass der Mensch nicht wie eine Maschine funktioniert und der innere Kern ein wichtiger Bestandteil zum Erlangen eines gesunden und erfüllten Leben darstellt.


Es wäre eine wünschenswerte Sache, wenn zum jährlichen Gesundheits-Check-up beim Arzt auch ein Check-up der seelischen Balance wie selbstverständlich dazugehören würde. Wenn man frühzeitig sehen könnte, dass da eine Dysbalance im Leben ist, bevor es zu Unzufriedenheit und eventuell auch körperlichen Warnzeichen kommt. Quasi der TÜV für dein Lebensauto mit einer Untersuchung des Ist-Zustandes und einer Liste möglicher Reparaturen oder auch keiner, wenn alles im Lot ist:-).



5. Die fünf Säulen der Identität im artCounseling


Eine leichte und nicht überfordernde Art eine Bestandsaufnahme durchzuführen, ist das Schema der 5 Säulen der Identität. Dieses Modell wurde vom Psychologen Hilarion Gottfried Petzold entwickelt und kann von dir alleine bearbeitet werden.


Jede der 5 Säulen hat eine besondere Bedeutung und diese Säulen tragen das Dach, das Ich, die Identität. Eine Ausgewogenheit der Säulen ist also anzustreben, jedoch nicht immer möglich. Wichtig wäre, dass zumindest die Tragfähigkeit des Dachs gewährleistet ist, also zwei der Säulen in etwa auf gleicher Höhe sind, damit das Dach nicht einstürzt.


Hier in Kurzform die Bedeutung der 5 Säulen der Identität:

  • Körper, Leiblichkeit, Psyche, Gesundheit: Gesundheitszustand, Wohlbefinden, Aussehen, Sexualität, Belastbarkeit...

  • Arbeit, Leistung, Leistungsfähigkeit: Aus- und Weiterbildung, Beruf, Erfolg, Freizeit, Zufriedenheit, Anerkennung, Erfolgserlebnisse...

  • soziales Netzwerk, soziale Beziehungen: Partnerschaft, Freunde, Familie, Kollegen, Nachbarn...

  • materielle Sicherheit: Einkommen, Nahrung, Wohnung, Lebensstandard, finanzielle Absicherung...

  • Werte, Normen, Ideale, innere Haltung: Moral, Überzeugungen, Traditionen, Glaube, Lebensphilosophie, Rituale, Erlaubtes, Verbotenes...


Wie du mit den 5 Säulen der Identität mehr Klarheit gewinnen kannst, erkläre ich in einem weiteren Blogbeitrag mit einer Anleitung zum Herunterladen und Bearbeiten...

Ein stabiles Lebenshaus...

Zum Abschluss noch ein Zitat:


>>Sind der Bauleute zu viele, so wird das Haus schief.<<

Aus China


Es verdeutlicht klar, wie wichtig es ist, sich die Stabilität seines Lebenshauses, seiner Identität nicht von außen einzuholen. Die Kraft und alles Wissen liegt in dir, um selbstbestimmt aus dir heraus gefestigt und in deiner Identität durchs Leben zu gehen.

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