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Was ist artCounseling?

Aktualisiert: 23. Apr.


Illustration eines menschlichen Kopfes mit einem Baum und Wurzeln als Symbol für artCounseling und inneres Wachstum.

Wenn ich jemandem erzähle, was ich beruflich mache, kommt meistens eine kurze Pause. Counseling, was ist das eigentlich? Manchmal entsteht der Gedanke an Verkaufen, weil das englische „to sell“ mitschwingt. Manchmal wird geschmunzelt und jemand erinnert sich an Counselor Troi aus Star Trek: The Next Generation, die an Bord der Enterprise mit Empathie und Einfühlungsvermögen vermittelt hat. Dieses Bild gefällt mir, auch wenn meine Arbeit sehr irdisch ist :-).


In diesem Artikel geht es darum, was hinter dem Begriff artCounseling steckt und was diese Arbeit im Kern ausmacht.


Inhaltsverzeichnis:




Zierstreifen zur Dekoration und als Trennung zwischen Absätzen.

Was bedeutet Counseling?


Counseling ist in England und den USA ein etablierter Begriff für eine pädagogisch-therapeutische Beratungsform, die auf den Grundlagen der Humanistischen Psychologie, des systemischen Denkens und der Erwachsenenbildung entwickelt wurde.


Mein Berufsverband BVPPT beschreibt es so: Counseling lenkt die Aufmerksamkeit auf die gesunden und stabilen Anteile der Persönlichkeit und unterstützt auf dieser Grundlage entwicklungsfördernde Beziehungen, erreichbare Lebensziele und die Verwirklichung des Lebensganzen.


In der Praxis bedeutet das, dass Counseling hilfreich ist, wenn sich etwas im Leben festgefahren hat, wenn sich wiederkehrende Muster zeigen oder wenn Orientierung in Krisen und Übergängen gesucht wird. Auch der Wunsch, besser mit sich selbst umzugehen, kann ein Ausgangspunkt sein. Counseling arbeitet begleitend und stärkt die Resilienz, indem kognitive, emotionale und handlungsorientierte Ebenen miteinander verbunden werden.


Es setzt nicht erst dann an, wenn Schwierigkeiten groß werden, sondern kann auch präventiv wirken und dabei unterstützen, innere Stabilität zu stärken, Ressourcen bewusster wahrzunehmen und die eigene Entwicklung langfristig zu begleiten.


Counseling ersetzt keine Psychotherapie, das ist wichtig zu wissen.


Wer mehr über den Unterschied zwischen Coaching, Counseling und Therapie erfahren möchte, findet dazu in einem weiteren Artikel eine genauere Einordnung.


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Warum ich das artCounseling gewählt habe


Als ich mein berufsbegleitendes Studium beim IHP, dem Institut für Humanistische Psychologie, begann, war es die Fachrichtung Kunst- und Gestaltungstherapie, die mich sofort angesprochen hat. Das hatte einen sehr persönlichen Grund:  Elisabeth Tomalin, die Begründerin der artTherapy, die dieses Konzept von England nach Deutschland brachte, war wie ich Textildesignerin.


Das fühlte sich für mich sofort stimmig an. Was Elisabeth Tomalin antrieb, war die Überzeugung, dass das künstlerische Tun spontane schöpferische Energien beleben und den Menschen zurück zu seiner eigenen Seelenmitte führen kann.


Das berufsbegleitende Studium beim IHP ist ein mehrjähriger Prozess von etwa vier bis fünf Jahren, der Zeit und Tiefe erfordert. Wer ihn durchläuft, setzt sich nicht nur mit Methoden auseinander, sondern mit sich selbst, der eigenen Biografie und der Frage, was die eigene Arbeit als Counselor trägt. Am Ende steht, wer möchte, eine Graduierungsarbeit und der Abschluss als Counselor grad. BVPPT.


Diese Arbeitsweise steht in einer Tradition, die sich aus dem tiefenpsychologischen Ansatz von Carl Gustav Jung und Elisabeth Tomalin sowie der Themenzentrierten Interaktion nach Ruth C. Cohn entwickelt hat.


Die Haltung, die ich in meine Arbeit einbringe, ist nicht nur eine Neigung oder ein Interesse. Sie ist über Jahre gewachsen, erprobt und überprüft worden. Für mich ist artCounseling der Ort, an dem sich alles verbindet, was ich kann: die kreative und künstlerische Ausbildung, die Farbenlehre, Wahrnehmungslehre und Darstellungstechniken aus meinem Designstudium sowie die beratende Grundlage meines berufsbegleitenden Studiums im Counseling mit dem Schwerpunkt Kunst- und Gestaltungstherapie. Aus diesem Zusammenspiel entsteht eine Arbeit, die ich mir nicht anders vorstellen möchte, und die aus der Verbindung dieser beiden Pole entsteht.


Hier ein kleiner Einblick in die Vielfalt der künstlerischen Arbeit im artCounseling:


Von Malerei über Ton zu Steinbildhauen, die Möglichkeiten im artCounseling sind ohne Begrenzung.

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Methoden im artCounseling


Die Methoden im artCounseling gehören zusammen, greifen ineinander und kreisen alle um dasselbe Zentrum: den Menschen, der vor mir sitzt. Was mich dabei leitet, ist eine Haltung, die ich für mich „mit dem Herzen hören“ nenne. Gemeint ist, ganz in meiner Aufmerksamkeit zu sein und meinem Gegenüber mit echter Zugewandtheit und Empathie zu begegnen.


Hier siehst du ein kleines Schaubild:


Schaubild der fünf Methoden im artCounseling: Innenschau, Außenschau, Ausdruck, Reflexion und Resonanz, dargestellt mit einem goldenen Herz in der Mitte.


Seit den frühen 2000er Jahren spielt die systemische Kunst- und Gestaltungstherapie nach Gisela Schmeer eine wichtige Rolle in dieser Fachrichtung, besonders im Hinblick auf Struktur- und Persönlichkeitsentwicklung. Klaus Lumma, der Gründer des IHP, brachte das Wesen dieser Arbeit einmal so auf den Punkt:


„Kunsttherapie ist der Seele dienend angewandte Kunst."

Wie sich Ressourcen, Resonanz, Resilienz und Reflexion im artCounseling miteinander in Verbindung setzen, beschreibe ich in einem weiterführenden Artikel.


Der Einstieg in eine Sitzung kann sehr unterschiedlich sein. Eine Fantasiereise, ein Gedicht oder ein Musikstück können ebenso dazugehören wie die Auswahl von Postkarten oder Bildern. Es wird mit Resonanzbildern gearbeitet, die im Gespräch weiter entfaltet werden. Ob es sich dabei um Collagen, Farbflächen, gegenständliches Malen, Tonarbeit, Arbeit mit Sand oder bei einem Spaziergang gesammelte Naturmaterialien handelt, entscheidet der Impuls der Person, die sich ausdrücken möchte.


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artCounseling und die Kraft des künstlerischen Tuns nutzen


Wichtig ist, dass die künstlerische Arbeit im ersten Schritt kein „Muss“ ist, um Menschen im Beratungsprozess zu begleiten. Teilweise gilt es auch, die Hürde zu überwinden, die viele in Bezug auf ihr künstlerisches Talent haben.


artCounseling ist kein „Malkurs“.

Es geht nicht darum, etwas richtig oder besonders gut zu gestalten. Künstlerisches Können im klassischen Sinn ist keine Voraussetzung. Die künstlerische Arbeit ist ein Zugang, kein Ziel. Sie eröffnet einen anderen Weg, sich einem Thema zu nähern und mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Der spielerische Umgang ist der Weg, die gewonnenen Einsichten sind das Ziel. Die Kunst dient dabei der leichteren Annäherung an eine Themenstellung.


Ein wichtiges Feld ist auch die Biografiearbeit, in der die eigene Lebensgeschichte liebevoll betrachtet wird. Im Erkennen des eigenen Weges wird vieles verständlich, was Verhaltensmuster oder innere Blockaden betrifft. Oft beginnen die eigentlichen Prozesse erst nach einer Sitzung. Gedanken ordnen sich weiter, Bilder wirken nach, und das Erlebte entfaltet sich im Alltag in einer Form, die sich nicht direkt planen lässt.


Ein Beispiel aus der Biografiearbeit zeigt, wie vielfältig diese Arbeit sein kann:


Collage aus verschiedenen Stationen einer Biographiearbeit mit unterschiedlichen Materialien.
Beispiel aus der Vielfalt einer Biografiearbeit

Biografiearbeit zeigt sich in vielen unterschiedlichen Formen und öffnet einen Raum, in dem das eigene Leben neu betrachtet werden kann. Was dabei entsteht, gehört ganz dir.

artCounseling ist kein festgelegter Weg. Es ist eine Begleitung, die sich an dir orientiert, an dem, was du mitbringst, und an dem, was in dir schon lange auf einen Ausdruck wartet.


»Der Weg zu sich selbst beginnt oft dort, wo die Worte aufhören.«


Logo von Susanne Heinen artCounseling, ein Kopfprofil mit goldenem Herz und wachsendem Zweig.

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Literaturtipps


Wenn du dich weiter mit den Hintergründen von artCounseling, kreativer Prozessarbeit und biografischem Arbeiten beschäftigen möchtest, findest du hier einige vertiefende Bücher.


  • Lumma, K., Michels, B. & Lumma, D. (2008). Quellen der Gestaltungskraft. Edition Windmühle/Feldhaus Verlag *


  • Schmeer, G. (2006). Krisen auf dem Lebensweg. Psychoanalytisch-systemische Kunsttherapie. Klett-Cotta *


  • McNiff, S. (1998). Trust the Process. An Artist's Guide to Letting Go. Shambhala. *


  • Jung, C. G. (2023). Der Mensch und seine Symbole. Patmos Verlag *



* Alle Buchempfehlungen sind unbezahlte Werbung. Ich empfehle nur Bücher, die ich selbst kenne und für wertvoll halte.


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