• Susanne Heinen

Eine einfache Collage erstellen: Anleitung in vier Schritten



In diesem Blogbeitrag nehme ich dich mit in eine kreative Übung mit Farbe, Worten und Zeitungspapier. Du bekommst einen kleinen Einblick, wie du ganz leicht für dich zuhause die Erstellung einer Collage ausprobieren kannst. Ursprünglich kommt die Bezeichnung “Collage” von dem französischen Wort “coller”, was “kleben” oder “leimen” bedeutet. Gerade die Collage eignet sich als Einstieg in kreatives Arbeiten, da dafür keine speziellen zeichnerischen Fähigkeiten nötig sind. Wichtig ist hier allein dein persönlicher Geschmack und deine Art der Kombination. Es gibt kein richtig oder falsch, denn du mit deiner Schere bestimmst alleine, was letztlich auf das Blatt kommt. Wie du mit Spaß und Leichtigkeit einfach beginnst, das kannst du hier nachlesen ...


  1. Material für das Erstellen deiner Collage bereitlegen

  2. Gestaltung des Arbeitsplatzes

  3. Papiere und Collagenteile herstellen

  4. Die Collage nimmt Gestalt an



1. Material für das Erstellen deiner Collage bereitlegen


Gleich vorab zur Beruhigung: Um mit einer Collage zu starten, brauchst du keine großen Anschaffungen zu machen. Wie bei anderen Anleitungen hier in meinem Blog gilt auch diesmal, dass du einfach das nutzt, was du zuhause hast. Wenn du Spaß an dieser kreativen Übung hast, kannst du im Nachgang immer noch besondere Farben oder Papiersorten kaufen.


Diese kleine Liste kann dir als Übersicht dienen:

  • Schneidunterlage oder wahlweise eine Pappe, um darauf zu schneiden und zu kleben

  • Zeitung/Zeitschrift zum Bemalen und um Buchstaben oder ganze Wörter auszuwählen

  • ein festes Papier deiner Wahl als Trägerblatt/Untergrund

  • eine kleine Schere und als Geheimtipp, eine Nagelschere

  • Klebestift oder Flüssigkleber

  • Wasserfarben, Aquarellfarben, farbige Tinten, Acrylfarben,...

  • oder einfach das, was du zuhause findest


2. Gestaltung des Arbeitsplatzes


Ein wichtiger Punkt, bevor als los geht: Schaffe dir einen schönen Arbeitsplatz, an dem deine Arbeit auch liegenbleiben kann. Nachdem du viel schneiden oder "aus- und zerreißen" wirst, wäre es einfach gut, wenn du nicht immer alles hin- und herräumen müsstest. Gutes Licht ist von Vorteil und vielleicht auch kleine Schalen, um Buchstaben oder Kleinteile aufzuheben.


Was ich immer ausreichend zur Verfügung habe, sind Papierreste, die ich als Unterlage nehmen kann, wenn ich Teile mit Kleber einstreiche. Diese wechsle ich oft durch, denn ich kann es gar nicht leiden, wenn die schönen Teile, die ich nutzen möchte, Klebereste haben.


Eine schönes Getränk und Musik sind natürlich auch zu erwähnen :-).



3. Collagenpapier herstellen


Ich liebe die Arbeit mit Zeitungspapier. Die Struktur und auch das Durchscheinen der Buchstaben oder Bilder durch die aufgetragene Farbe hat für mich einen besonderen Reiz. In jeder Zeitung gibt es Bereiche, die sich besonders für interessante Effekte eignen. Das kann der Rätselteil mit Kreuzworträtseln sein oder auch der Anzeigenteil mit der relativ kleinen Schrift. Auch Fotos können einen ganz anderen Ausdruck bekommen, wenn du Teile bemalst.


Suche dir jetzt einfach deine Lieblingsfarben aus und streiche ein paar Zeitungsblätter ein. Lass dich treiben und sehe dieses Vorbereitung der Seiten als Entspannungszeit.


Spiele mit der Farbe, trage die Farbe durchscheinend und dünn auf oder pastos und deckend. Du kannst auch Farbverläufe herstellen. Leise und eher transparente Effekte erreichst du mit Wasser- und Aquarellfarben. Der ursprüngliche Text oder das Bild ist dabei nur leicht verdeckt. Bei Flüssigfarben kannst du Bereiche komplett übermalen, dort geht es auch mehr um das Erstellen von Kontrastflächen. Dick bemalte oder gespachtelte Farbstellen lassen sich gut als Hintergrund für die Collage nutzen.


Das Zeitungspapier wellt sich eventuell nachdem Einstreichen. Vielleicht bietet es sich an, die Papiere zu pressen, bevor du weiterarbeitest.




4. Buchstaben, Worte und Bilder für die Collage finden


Aus einer Zeitschrift oder Zeitung wählst du dir Buchstaben, Worte, Zeilen oder auch kleine und große Bildelemente aus. Sammle einfach alles zusammen. Ob und wie du es letztlich verwendest, das ist zu diesem Zeitpunkt nicht wichtig. Wähle intuitiv aus, was dich anspricht. Schneide manchmal grob aus, also mit viel Rand um das Wort oder auch ganz fein mit einer Nagelschere. Reiße auch Wörter und Buchstaben heraus, das gibt einen ganz anderen Effekt, als nur mit der Schere zu arbeiten.



Da ich meist mehr ausschneide, als ich letztlich verwende, verwahre ich meine Collagenteile entweder in Klarsichthüllen oder in einem kleinen Karton. Das ist aber natürlich nur sinnvoll, wenn du öfters Collagen machst.


Ansonsten können alle Reste getrost in das Altpapier wandern. Zudem gibt es jede Woche auf neue Druckerzeugnisse, die nur darauf warten, gesichtet zu werden :-).



Hier kannst du interessantes Material für deine Collage finden:

  • alte Zeitungen, auch fremdsprachige Zeitungen

  • monatliche Hefte der Drogeriemärkte

  • Wellness- und Lifestylemagazine

  • Magazine, die sich mit Natur oder Geschichte befassen

  • alte, ausgediente Bücher und Bildbände



4. Die Collage nimmt Gestalt an


Bevor Du nun mit dem Aufkleben beginnst, entscheide dich für ein Format für deine Collage. Zu Beginn empfehle ich dir klein anzufangen, zum Beispiel im Format DIN A6 oder DIN A5. Als Untergrund bietet sich eine stärkeres Papier an oder gleich ein Fotokarton oder ein Stück Pappe. Du könntest auch eine alte Versandtasche oder einen Karton zerschneiden und eine Seitenplatte davon nutzen. Den Untergrund wird man vermutlich gar nicht sehen deswegen steht hier weniger die Optik, als die Stabilität im Vordergrund.


Lege nun deinen leeren Untergrund vor Dich. Du hast jetzt farbige Zeitungspapiere, Wörter, Sätze und Bilder, die nur darauf warten, kombiniert zu werden. Deine vorab hergestellten Zeitungspapiere kannst du jetzt zurechtschneiden, Ausschnitte wählen oder Streifen herausreißen. Die Kombination aus sauber geschnittenen und grob gerissenen Teilen schafft ein interessantes Wechselspiel. Klebe in Schichten, überlappend, willkürlich und ein bisschen wild :-).



Hier noch einmal die Schritte:

  • Format festlegen

  • Untergrund auswählen

  • Alle Teile für die Collage bereitlegen

  • Teile schneiden, reißen, aussuchen und kleben


Das Schöne bei einer Collage ist, dass du Gelegenheit hast, alle Teile vorab aufzulegen, zu verschieben, neu zu ordnen oder auch zu verwerfen. Du bist völlig frei und erst mit dem Aufkleben beginnst du dich festzulegen.


Der Prozess des Sortierens, Auflegens, Verschiebens und Aufklebens kann völlig unterschiedlich dauern. Manchmal hast du eine Idee und es läuft wie von selbst, manchmal passt nichts zusammen und du kommst nicht weiter.



Die Collage hat den großen Vorteil, dass sie eine kreative Methode ist, die auch warten kann. Wenn dich wirklich die Lust und die Ideen verlassen, dann kannst du auch aufhören und irgendwann weitermachen. Sie bietet zudem noch viel mehr Möglichkeiten, indem man sie mit weiteren kreativen Techniken kombiniert und bearbeitet. Diese einfache Art der Collagenerstellung kann ein erster Schritt sein, um dich mit Mixed-Media zu beschäftigen, der Kombination aus unterschiedlichen Materialien, Farben und Techniken.



Die Zeichnung gibt den Dingen die Gestalt, die Farbe das Leben.

Denis Diderot (1713 - 1784)




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