• Susanne Heinen

5 Tipps, wie du deine Angst vor dem leeren Blatt überwinden kannst



Ganz egal, ob du schon immer kreativ gearbeitet hast oder der Fraktion "Ich kann nicht malen" angehörst, dieser Artikel ist quasi als Allrounder gegen die Kreativitäts-Prokrastination gedacht. Hier möchte ich dich mitnehmen in einen Start oder Neustart in deine Kreativität und deine Glaubenssätze über nicht vorhandene Fähigkeiten einfach ignorieren. Die nun folgenden Tipps sind bewusst einfach gehalten, um mögliche Ausreden und Hintertüren gar nicht entstehen zu lassen.


Darum geht es in diesem Blogartikel:


Tipp 1: Starte mit einem kleinen Papierformat

Tipp 2: Suche Dein Arbeitsmaterial bewusst aus

Tipp 3: Richte dir einen Arbeitsplatz ein

Tipp 4: Schraube deine Erwartungen zurück

Tipp 5: Finde Gleichgesinnte



Tipp 1: Starte mit einem kleinen Papierformat


Nein, es muss nicht gleich immer die große Leinwand sein. Um zu starten genügt auch ein kleines Format, wie zum Beispiel ein quadratischer Notizzettel oder ein Blatt im DIN A6 Format. Denn je größer das Blatt, umso mehr ist zu füllen und genau das ist oft das Problem. Wenn du das Prinzip der losen Zettel nicht magst, dann ist auch ein kleines Notizbuch gut. Vielleicht hast du (so wie ich) über die Jahre unzählige Notizbücher angesammelt, die in einer Schublade auf ihren Einsatz und ein bisschen Tageslicht warten? Jetzt ist die Zeit, eines ganz tapfer endlich zu benutzen und einzuweihen. Du fragst dich jetzt vielleicht, wie soll ich denn in ein Notizbuch malen, da sind ja Linien und Kästchen? Die Devise ist: Nimm das, was du zuhause hast. Ob komplett weiß, Linien, Kästchen, Punkte... Alles kann verwertet werden.



Tipp 2: Suche Dein Arbeitsmaterial bewusst aus


Wenn du noch keine Mal- und Zeichenutensilien zuhause hast, dann mache es dir leicht und gehe nicht gleich los in einen Laden für Künstlerbedarf. Du stehst noch am Anfang und vielleicht schrecken dich die Preise ab. Doch es nützt nichts, wenn du, überspitzt gesagt, mit einer Farbtube, einem Pinsel und zwei Buntstiften nach Hause gehst. Zu Anfang ist es mehr die Quantität, als die Qualität, die dich kreativ werden lässt. Zum Beispiel hat der Bereich mit Schulbedarf in Discountern, Spielwarenläden, Supermärkten genau die Sachen parat, um eine etwas größere Auswahl zum kleinen Preis zu finden.


Achtung: Dieser Rat gilt für den Anfang, ansonsten bin ich eine absolute Verfechterin guter Arbeitsmittel gerade aus dem Künstlerbedarf. Doch ich vertrete den Standpunkt, lieber klein beginnen, als gar nicht und schließlich kann es vielleicht auch passieren, dass das doch nicht dein Ding ist. Als Grundausstattung tut es ein Schulfarbkasten, eine Sortierung von Buntstiften ab 12 Farben, 4 Pinsel von dünn bis dick und Wachsmalkreiden.


Wenn du bereits eine stattliche Ansammlung an Mal- und Zeichenbedarf hast, dann kannst du die lange vernachlässigten Sachen erst einmal prüfen und begrüßen :-). Sind Farben oder Stifte eingetrocknet, haben die Pinsel noch Borsten? Räume dir alles schön zurecht und freue dich an deinen Schätzen. Falls noch etwas fehlt, bist du ja bereits ein Profi und weißt, wo und was...



Tipp 3: Richte dir einen Arbeitsplatz ein


Ein schöner Platz zum Sitzen ist das A und O, um kreativ zu sein. Es ist deinem kreativen Flow nicht zuträglich, wenn du dich an deinen Küchentisch neben den Abwasch oder die Radieschen setzt. Beständigkeit ist das Zauberwort. Du brauchst nicht gleich ein Atelier, einen Malraum oder einen riesigen Schreibtisch. Wichtig ist nur, dass du dir eine kleine Ecke, eine Insel nur für dich schaffst. Dort sollte gutes Licht sein, ob nun Tageslicht oder eine Lampe und Platz sein, für deine Farben und deine aktuelle Arbeit. Es einfach auch mal liegenlassen können, das ist wichtig. Und dass es ein Freiraum für dich ist. Wenn dieser Platz auch noch so klein ist, er sollte liebevoll von dir eingerichtet sein.



Tipp 4: Schraube deine Erwartungen zurück


Nun der schwierigste Tipp: Schmeiße deine Erwartungen über Bord. Du sitzt nicht an einer Auftragsarbeit oder einem Gemälde, das demnächst in einer Galerie hängen soll. Du bist zuerst einmal dein/e eigene/r Künstler/in. Am leichtesten ist es, wenn du dir eine Aufgabe stellst, die du auch erfüllen kannst.


Kreativ zu sein und künstlerisch zu arbeiten muss nicht unbedingt bedeuten, ein Stillleben deiner Obstschale zu malen. Doch wie wäre es, wenn du deine Obstschale als Inspiration für deine Farben der Woche nimmst und mit einem "Farbtagebuch" beginnst.

Als Beispiel: Die gelbe Zitrone lacht dich an, dann streiche dein Blatt doch gelb ein. Schreibe eine Zeile zu deinem "Tag der Zitrone", probiere dich vielleicht an einer Skizze. Doodeln macht auch Spaß. Kombiniere Farbe, Schrift und Text, klebe doch etwas dazu.


Sehe dein Blatt nicht als Bild, das gemalt werden muss, sondern als Blatt, das gestaltet werden darf.

Sehe dich als Gestalterin des Blattes, denn das gibt dir sehr viel mehr Freiheit, als krampfhaft ein Motiv zu suchen.



Tipp 5: Finde Gleichgesinnte


Es gilt nicht nur für den Sport, dass eine Betätigung in der Gruppe ein wahres Wunder an Motivation hervorbringen kann. Auch Kreativität gedeiht am besten in einer Gruppe von Gleichgesinnten. Diese "Gleichgesinnung" kann man auf einen ganz kleinen gemeinsamen Nenner herunterbrechen: Spaß am kreativen Tun.


Vielleicht denkst du jetzt ein bisschen mit Unbehagen, an die VHS-Kurse, wo du in vergangen Zeiten Teilnehmer warst. Doch ich will hier eine Lanze brechen für die Modernität und Vielseitigkeit von VHS-Kursen im Jahr 2022. Sicher gibt es noch die vermufften Kurse, aber auch hier hat ein Wandel stattgefunden und vielleicht ist es einen Blick ins Programm wert.


Ansonsten werfe ich noch die tollen Online-Kurse ins Rennen, wo du entweder alleine für dich arbeiten kannst oder über Zoom live in einer Gruppe.


Hier möchte ich dich auf den Jahreskurs der Kreasphäre22 hinweisen, wo auch ich als "Tutor" dabei bin. Das Besondere an diesem Kurs ist die Themenvielfalt und dass jede Woche eine neues Thema freigeschaltet wird. Es gibt zudem eine geschlossene Facebook-Gruppe zum gegenseitigen Austausch. Das Angebot findest du hier.


Und zu guter Letzt... akquiriere liebe Menschen aus deinem Umfeld, gemeinsam mit dir einen festen Kreativtag oder Malabend zu finden. Denn nichts ist schöner an Kunst und Kreativität, als diese zu teilen.


Falls du noch etwas Starthilfe brauchst, dann schau dir doch einmal meine Blogartikel zur Messpainting und der Abklatschtechnik an. Vielleicht ist es genau das, was du brauchst... ein bisschen bunte Wildheit :-).

 

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