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Mein Jahresmotto 2026: Querfeldein statt geradeaus

Titelbild: Susanne auf einem Waldweg mit Collagenteilen aus dem Leporello.

Das ist mein erster Jahresmotto-Artikel seit vier Jahren. „Irgendwie“ ist mir das Leben dazwischengekommen, und in den vergangenen Jahren hat mich nichts wirklich angesprochen, um als Motto oder Leitbild des Jahres zu gelten. Kein Wort wollte bleiben, und etwas zu erzwingen, finde ich nicht zielführend.


Warum ist es in diesem Jahr anders? Zwei Wortbegegnungen haben sich gezeigt, die mir in ihrer Kombination den Wink gaben, dieses „Jahresmotto-Ding“ noch einmal ernsthaft zu betrachten :-). Falls du meinen Blogartikel über Synchronizität gelesen hast, weißt du, dass ich mich gern von miteinander verknüpften Ereignissen bestärken lasse, genauer hinzusehen. In diesem Fall war es die zweimalige Begegnung mit einem Wort in völlig unterschiedlichen Situationen, die mich stark angesprochen hat.



Querfeldein: Zwei Begegnungen mit einem Wort


Die erste Begegnung liegt bereits weit zurück, im März 2025. Damals begegnete mir das Wort „querfeldein“ ganz beiläufig, beim Spielen mit Wortschnipseln in meinem Schnupperkurs zur Cut-up-Methode für den Jahreskurs der Kreasphäre 25.


Deckblatt Leporello mit Wortschnipseln und Neonfarben,
Deckblatt Leporello zur Cut-up-Methode

In meinem Leporello ist eine kleine, fortlaufende Geschichte entstanden, und dort setzte ich dieses Wort ein.


Dass es mir dabei aufgefallen ist, liegt vermutlich auch daran, dass es im heutigen Sprachgebrauch kaum noch verwendet wird.





Laut meiner Recherche geht das Wort bis ins 17. Jahrhundert zurück:

Querfeldein: Adverb, »wahllos durch die Felder, über Stock und Stein«

Gerade das machte es für mich besonders. Es blieb mir einfach im Gedächtnis haften, ohne ihm damals eine Bedeutung beizumessen.

Hier kannst du einen kurzen Ausschnitt aus dem Video und das ganze Leporello sehen:


Ausschnitt Schnupper-Tutorial „Cut-up-Methode“

Bild zur Cut-up-Technik, ein Tisch mit vielen Wortschnipseln.


Die Cut-up-Methode, die mit Zufälligkeit und Intuition arbeitet, hat eine faszinierende Geschichte.







Die zweite Begegnung folgte erst viele Monate später, direkt zum Jahresbeginn. Mir fiel Robert Gernhardts Gedicht »Goldene Worte« in die Hände. Genauer gesagt habe ich mir zu Neujahr ein Buch gekauft, es heißt Heitere Geschichten für den Jahresanfang*. Dort war das Gedicht »Goldene Worte« der erste Text, und kaum zu glauben: Da stand es wieder „querfeldein“ und mit ihm die gedankliche Verbindung zu meinem Leporello im März 2025.

Beim Lesen des Gedichts bin ich auf ein Lebensverständnis gestoßen, das mich sofort angesprochen hat. Robert Gernhardt sieht das „Leben“ nicht als gerade Linie oder als Suche nach einem festen Ich. Er widerspricht der Idee, man müsse „bei sich bleiben“. Kein Festhalten um jeden Preis, kein „So muss es sein“. Stattdessen: querfeldein gehen. Lebe aus dem Vollen, Bewegung, Gleichzeitigkeit, das Meiden der „Herden“. „Querfeldein“ heißt hier, sich nicht festlegen lassen, sich nicht reduzieren lassen. Man soll „Dachs bleiben, Windhund sein, Löwe werden“ und das alles zugleich. Das ist ein schönes Bild für mich, um durch das Jahr 2026 zu gehen.


Das Gedicht darf ich hier leider nicht abdrucken, du findest es aber leicht online unter „Robert Gernhardt Goldene Worte“.



„Querfeldein statt geradeaus“: mein Jahresmotto 2026


Im Leporello stand spielerisch „planlos querfeldein“, doch für mein Jahresmotto 2026 heißt „querfeldein“ nicht planlos, sondern bewusst offen und beweglich unterwegs zu sein. Abseits vorgegebener Bahnen gehen. Sich nicht an Markierungen halten, sondern den eigenen Rhythmus finden. Richtung haben, ohne einer festen Linie zu folgen.


„Querfeldein statt geradeaus“ bedeutet für mich keinen Zickzackkurs, sondern:


  • vorgezeichnete Wege verlassen, ohne die Orientierung zu verlieren,

  • neue Wege abseits des Erwartbaren zu suchen, Richtungswechsel zuzulassen und Wandel zu ermöglichen,

  • nicht alles durchplanen, sondern Spielraum bewahren.


Dieses Motto nehme ich als Anstoß, als einen Begleiter durch das Jahr. Das Jahr muss nicht geradeaus verlaufen, um stimmig zu sein, und Umwege dürfen dazugehören. Vielfalt ist kein Makel, sondern eine Form von Lebendigkeit.


Manchmal begegnet einem ein Wort immer wieder. In einem Text, einem Lied, in einem Gespräch, in einem scheinbar ganz nebensächlichen Moment.


Für 2026 gehe ich mit diesem einen Wort los:


Querfeldein.


… „Denn manchmal schlendere ich verwegen planlos querfeldein“, so wie es in meinem Leporello stand. Offen, beweglich und ohne festgelegte Linie.


Welches Wort oder Motto begleitet dich?



Wenn du mich 2026 auf meinem Querfeldein-Weg begleiten möchtest, freue ich mich, dich in meinem Newsletter mitzunehmen. Mit kleinen Einblicken, Impulsen und Denkwegen querbeet durchs Jahr.


Hier kannst du dich anmelden:



Weiterführendes zum Thema


Wer neugierig ist, wie man ein Jahresmotto bewusst gestalten und umsetzen kann, findet dazu ausführlichere Gedanken in meinem Artikel »Die 5 Säulen der Identität: Vom Visionboard zum kreativen Mosaik«. Dort zeige ich, wie kreative Selbstreflexion und ArtCounseling helfen können, verschiedene elementar wichtige Lebensbereiche zu erforschen und ein persönliches Mosaik zu gestalten. Stay tuned. Ich verlinke den Artikel hier, sobald er fertig ist.



Literaturtipp:


Heitere Geschichten für den Jahresanfang*, herausgegeben von Christian Lux,

Reclams Universal‑Bibliothek im Philipp Reclam jun. Verlag, 2025

  • Dieses kleine Büchlein versammelt heitere und nachdenkliche Texte für die ersten Tage im neuen Jahr und kann ein schöner Begleiter sein, wenn du selbst Inspiration für den Jahresanfang suchst.


* unbezahlte Werbung, Eigenbesitz, also selbst gekauft und bezahlt.

1 Kommentar


Susanne
vor 2 Tagen

Manche Blog-Artikel lese ich ja gerne mal quer(feldein). Deinen nicht, den habe ich vom ersten bis zum letzten Wort sehr gerne gelesen und fand es sehr schade, dass er schon zu Ende war. Dein Motto gefällt mir. Ich finde so ein frisches Jahr immer sehr aufregend, alles ist noch möglich und so ein Motto darf einen immer auch wieder an diesen Neubeginn im Januar erinnern. Als alle 12 Monate noch vor uns lagen. Ich wünsche dir ein wunderbares 2026 mit vielen neuen und verwinkelten und unerwarteten Pfaden. Alles Liebe, Susanne

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